In dem Gedanken, unsere vaterstädtischen Feste, besonders den Karneval zu verschönern, fasste 1934 Eduard Edelbluth den Entschluss, in Linz ein Stadtsoldatencorps zu gründen.Er lud seine Schulkameraden vom Jahrgang 1911 zu einem Treffen ein.
Unterstützt von Severin Schoop, Siegfried Bündgen sen. und Willi Vesper traf man sich schon kurze Zeit später im früheren Cafe Zimmermann in der Mittelstraße zur Gründungsversammlung am 11. November 1934. Die ersten aktiven Mitglieder sowie Gründer des Corps waren: Severin Schoop, Siegfried Bündgen sen., Willi Vesper, Eduard Edelbluth, Josef Paffhausen, Josef (Jupp) Meyer, Hermann Aufermauer, Theo Clasen, Josef Busterbach, Heinrich Rechmann, Heinrich Löhr, Hermann Brüning, Martin Zimmermann, Hans Adams, Heinz Rische-Beutgen und Walter Kentnofski.
Gleichzeitig wurde auch die Große Linzer Karnevalsgesellschaft gegründet.
Der erste Gewehrappell der Stadtsoldaten 1934 vor dem Hotel Weinstock
Von links: Fred Becker, Wilhelm Windheuser, F. J. Breisig, Jupp Meyer, Eduard Edelbluth,
Karl Schneider, Josef Paffhausen, Josef Niederee, Josef Busterbach, Peter Schulz, Fritz Flach,
Hermann Brüning.

 

1935 beteiligte sich das Corps am Rosenmontagszug mit Fußtruppen und einem Prunkwagen (Kaserne). Die Uniform bestand zu dieser Zeit noch aus Drillichanzügen.
Der erste Kommandant des Stadtsoldatencorps und damaliger Besitzer des Hotel Weinstock, Karl Schneider, war ein ehemaliges Mitglied der Kölner Prinzengarde. Er brachte daher auch die Idee zu den bis heute im wesentlichen unveränderten  Uniformen mit.

Die ersten aktiven Mitglieder sowie Gründer des Corps waren:

- Severin Schoop
- Siegfried Bündgen sen.
- Willi Vesper
- Eduard Edelbluth
- Josef Paffhausen
- Josef (Jupp) Meyer
- Hermann Aufdermauer
- Theo Clasen
- Josef Busterbach
- Heinrich Rechmann
- Heinrich Löhr
- Hermann Brüning
- Martin Zimmermann
- Hans Adams
- Heinz Rische-Beutgen
- Walter Kentnofski


Die Uniformen für das 12 Mann starke Corps wurden von den Schneidermeistern Flach und Heckenbach gefertigt. Für die entstandenen Kosten bürgten Severin Schoop, Siegried Bündgen sen. und Willi Vesper.
Die Kabüse (Gewehre) wurden von dem späteren Kommandanten Jupp Meyer nach dem Modell eines Karabiners aus dem 1. Weltkrieg gefertigt.
Im Jahr 1936, unter der Regentschaft von Prinz Carl I. (Kill), späterer Kommandant, trat das Corps zum ersten Mal in seiner schmucken rot-weißen Uniform auf. Adjutant war Eduard Edelbluth und als 1. Funkenmariechen fungierte Josef Paffhausen.

1936 - das erste Funkenmariechen Josef Paffhausen in Aktion
Männliche Funkenmariechen wurden später von den Nazis verboten


In den Vorkriegsjahren beteiligte sich das Corps rege an den karnevalistischen Veranstaltungen, insbesondere an den Sitzungen und den Rosenmontagszügen.
In der späteren Nazizeit durfte kein Mann mehr in weibliche Rollen schlüpfen, und so musste das 1. Funkenmariechen Josef Paffhausen seine Rolle mit der charmanten Änne Moritz-Fossemer (gest. 2008) tauschen, die dieses Amt bis 1950 hatte.

Karneval 1939, Kommandant Carl Kill hoch zu Ross

In den ersten Gründungsjahren begannen die Stadtsoldaten mit gegenseitigen Besuchen befreundeter Corps, sowie dem Kölner Prinzen Konrad I. im Jahre 1935 und den Siegburger Stadtsoldaten unter ihrem damaligen Kommandanten Hans Rehse (1937).
Im Mai 1938 waren die Stadtsoldaten bei den Kölner Straßensängern “Die vier Botze” und beim Schwestercorps Kölsche Funke rut-wieß zu Gast, ehe dann im Juni 1938 mit den Bonner Stadtsoldaten Freundschaft geschlossen wurde.
Ebenfalls 1937 fand das erste Herbstmanöver der Stadtsoldaten im Bonner “Casselsruhe” statt. Seit dem ist das jährliche Manöver ein fester Bestandteil des Corpslebens.
In den Kriegszeiten wurde das Corpsleben am Stammtisch aufrecht erhalten. Der Krieg hinterließ in den Reihen der Stadtsoldaten große Lücken. 9 Kameraden kehrten nicht mehr nach Hause.

Gemeinsames „Essen fassen“ Karneval 1948
Bunnesupp-Essen auf dem Linzer Marktplatz am Rosenmontag