1947 lebte der Karneval wieder langsam auf. Die Kameraden Jupp Meyer, Josef Busterbach, Willi Adams, Johann Kretz sowie das Funkenmariechen Änne Moritz-Fossemer übernahmen das alte Erbe und bauten in der schweren Zeit das Corps wieder auf.
1948 konnte das Corps unter Führung von Adjutant Jupp Meyer wieder mit 10 Stadtsoldaten an die Öffentlichkeit treten. Erster Kommandant nach dem Krieg war Willi Heckenbach.
Eine Eintragung in den Corpsannalen über ein Bunnesupp-Essen am Rosenmontag 1948 zeugt von der damaligen schweren Zeit, gibt gleichzeitig aber auch die Aufbruchstimmung und die nicht verloschene Lebensfreude wieder:

Es lebt der Karneval am Rhein,
Sie leben noch, die alten Stadtsoldaten.
Noch küssen die Mädchen, so herzhaft wieder der Wein,
trotz Mangel an Brot und Braten.
So wie es heut ist, so soll es bleiben,
in Linz, der so bunten Stadt, die allzeit nett.
Wir grüßen den Karneval, das närrische Treiben,
heut geht’s nicht nach Haus, geht’s nicht ins Bett.
 
Nikolaus Wiehl, Kommandant von 1951 bis 1960
Mit Peter Wagner (links) und Johann Kretz (rechts).

1949 fand endlich wieder ein “richtiger” Karneval mit vier Sitzungen und Rosenmontagszug  mit Beteiligung der Stadtsoldaten statt. Das Wachlokal war im Restaurant “zur Traube” bei Bernhard Peiss. Eine Eintragung in den Annalen vermerkt hierzu folgendes:
“Endlich gab es Braten zu Essen anstatt Suppe. Die hatte man im Krieg genug gegessen”.
1951 wurde der Schreinermeister Nikolaus Wiehl Kommandant der Stadtsoldaten.
In den darauf folgenden  Jahren beteiligte sich das Stadtsoldatencorps weiterhin an den Karnevalsveranstaltungen und am Rosenmontagszug.  
 
Rosenmontagszug 1939
Stadtsoldaten mischen sich ins närrische Volk
 
Laut Protokollbuch betrugen die Einnahmen während der Karnevalszeit 1951 1.301,80 DM und die Ausgaben 1.311,90 DM, sodass ein Kassenminus von 10,10 DM auszugleichen war. Der Corpsbeitrag betrug damals monatlich 0,50 DM, das Uniformgeld monatlich 2,50 DM.
Karneval 1951 vor dem Hotel Wald in Linzhausen
Kommandant Nikolaus Wiehl, Adjutant Jupp Meyer,
Mariechen Christel Tellenbach
Ende 1952 stellte man freudig fest , dass das Corps schuldenfrei war und sogar noch kleinere Barmittel in der Kasse hatte.
Das Stadtsoldatencorps war aber nicht nur an Karneval aktiv. Die Stadtsoldaten beteiligten sich insbesondere auch am Winzerfest. Es veranstaltete Winzerbälle und baute 1953 ein zerlegbares Winzerhaus, dass lange Jahre die große Attraktion auf dem Marktplatz war. Das Haus bestand aus Paterre und einem ausgebauten Dachgeschoss mit angebauter Veranda (Wer hier einmal saß, gab diesen Platz nicht mehr auf!). 57 Personen fanden hierin Platz.
Karneval 1948 - Kommandant Willi Heckenbach
Als das Corps noch Pferde hatte ...
Aber auch der Kontakt außerhalb von Linz wurde gepflegt. So nahm beispielsweise
1951 das Corps am Bäckerjungenfest in Andernach teil und 1957 unternahm das Corps eine Fahrt nach Krefeld zur dortigen Karnevalsgesellschaft, die ihr 100jähriges Jubiläum feierte.
Vereinsintern wurde die Kameradschaft, Gemütlichkeit und Freundschaft durch Manöver, Sauessen in der Jugendherberge bei Kurt und Erika Hardt und Kameradschaftsabende gepflegt.  

Auszug aus den Annalen:
Kameradschaftsabend am 7.3.1958 im Saale Wald mit Ehrensenatoren und der Prinzengarde
Es gab Fleischsuppe mit Einlage, große Roulade, Salzkartoffeln, Bohnensalat, Erbsen und Möhren. Später aß man noch Schnittchen mit Hausmacher Blut- und Leberwurst. Einer nach dem anderen sackte ab, der Wirt bekam ein Protokoll wegen Übertretung der Polizeistunde. Einige Stadtsoldaten kehrten um 8 Uhr morgens nach Hause.

In dieser Zeit nach dem Krieg hatte man eben ein großes Nachholbedürfnis. So wurde auch aus den Reihen der Kameraden vorgeschlagen, zukünftig die Versammlungen an einem Montag statt finden zu lassen, damit man anschließend noch auf eine Kirmes in einer der Nachbarorte fahren kann.