50 Jahre Stadtsoldatencorps Rut-Wieß. Zwei herausragende Persönlichkeiten des Stadtsoldatencorps standen im Mittelpunkt dieses Jubiläums. Kommandant und Gründungsmitglied Jupp Meyer feierte seine 50jährige aktive Mitgliedschaft und der zweitälteste Stadtsoldat Peter Wagner mit 37 Dienstjahren führte die Linzer Narren als Prinz Peter Josef Maria I. vom goldenen Corps und der bunten Stadt durch diese unvergessene Jubiläumssession. Warum goldenes Corps? Der Name wurde nicht nur wegen des 50jährigen Geburtstages gewählt. Denn die Stadtsoldaten präsentierten Karneval 1984 erstmalig ihren neuen goldenen Helm und auch die Uniformen erhielten goldene Knöpfe und Streifen. Als Adjutanten standen an der Seite des Prinzen die Karnevalsprofis Mella Küpper und Wolli Klein.
Im Jubiläumsjahr bestand das Corps bereits aus 43 Aktiven.
Kommandant Jupp Meyer mit Peter Wagner
Peter Wagner (2. vorne links) war 1984 der Jubiläums-Prinz zum 50jährigen Bestehen des Corps.
 
Am 21. Jan. 1984 wurde im Hotel Weinstock mit einem Festkommers mit vielen Gästen Geburtstag gefeiert. Unter anderem wurden alle ehemaligen Funkenmariechen eingeladen, und viele waren gekommen. An diesem Tag wurde auch die erste Stadtsoldaten-Chronik vorgestellt und jeder Aktiver erhielt einen großen und alle Ehrensenatoren, Inaktive und Stadtsoldatenfrauen und sonst. Förderer des Corps wurden mit einem kleinen Jubiläumsorden ausgezeichnet. Der Bürgerfrühschoppen am 26.02.1984 wurde mit einem großen Jubiläumsprogramm in der Stadthalle veranstaltet.
Das Jubiläumscorps präsentierte sich im Rosenmontagszug mit einem riesigen, prächtigen rot-weißen Tross. Der Ehrensenatorenwagen, in monatelanger Arbeit unter der Leitung von Jupp Meyer und Rudi Kehrig gebaut, war als herrliches Segelschiff neben dem Prinzenwagen das Highligth des Zuges. Kommandant Jupp Meyer brauchte das erste Mal nach 50 Jahren den Zug nicht mehr zu Fuß zu absolvieren, sondern er wurde auf dem prächtigen Schiff durch die Wogen der begeisterten Narrensschar gefahren.
1984 - alles im Griff auf dem rot-weißen Narrenschiff
Kommandant Meyer umgeben von Ehrensenatorinnen und Ehrensenatoren

Das Jubiläumsjahr war aber auch das Jahr des großen Wechsels im Vorstand. Jupp Meyer trat nach 50 Jahren von der Stadtsoldatenbühne ab. Er wurde für seine herausragenden Verdienste für das Corps zum Ehrenkommandanten gewählt. Das Ruder übernahm Martin Scherer. Siggi Bündgen löste Mella Küpper von seinem Amt als Adjutant ab. Neuer Geschäftsführer wurde Klaus Euskirchen und Ferdi Ehrenberg übernahm das Amt des Penningszällers. Dieses Amt hatte lange Jahre Alfred Wissen mit Bravour und großem Engagement ausgeübt. Mit dem neuen Vorstand ging es sogleich mit Volldampf voraus. Klaus Euskirchen, der zuvor als 2. Geschäftsführer in die Lehre bei Martin Scherer gegangen war, setzte die erfolgreiche Arbeit fort. Auch er stand in Sachen Ideenreichtum dem Martin in nichts nach.
1984 wurde Martin Scherer als Nachfolger von Jupp Meyer zum Kommandanten gewählt
Noch im selben Jahr ist auf seine Initiative hin ein eigener Stadtsoldaten-Musikzug gegründet worden.
 
Im Jubiläumsjahr ging auch gleichzeitig ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Auf Initiative von Martin Scherer und mit der maßgeblichen Beteiligung von Peter Wagner, Reinhard Degen und Dieter Lüttgen wurde der Musikzug des Stadtsoldatencorps gegründet. Am 14.11.1984 fand im Saale Wagner das erste Üben statt. Erster Tambourmajor wurde Peter Wagner.
Die Gründung des Musikzuges warf für das reine “Männercorps” (Ausnahme das Funkenmariechen) auch Probleme auf, da der Musikzug teilweise aus weiblichen Mitgliedern bestand. Das Problem wurde gelöst, in dem die Musikzugmitglieder den Status von inaktiven Mitgliedern erhielten und die Statuten dahingehend geändert wurden, das die Aufnahme weiblicher inaktiver Mitglieder nunmehr erlaubt waren.
 

 

Peter Wagner wurde der erste Tambourmajor des neuen Musikzuges
Erst eine Satzungsänderung machte es möglich, dass der Musikzug auch weibliche Mitglieder haben durfte.