Rheinland-Pfalz-Tag 2003

Corps vertrat Landkreis Neuwied im großen Festzug
„Kanada-Feeling“ nannten einige das Gefühl, das am Morgen des 15. Juni 2003 bereits beim
Treffpunkt am Linzer Neutor wieder aufkam. Die Stadtsoldatenfamilie stand mit Kind und
Kegel bereit, um am Festumzug des 20. Rheinland- Pfalz–Tages in Koblenz teilzunehmen. Sie
waren stolz, den Landkreis Neuwied vertreten zu dürfen.
Speziell für dieses Ereignis hatte das Wagenbauteam um Theo Westhofen nach den Zeichnungen von Leo und Georg Ziegler die Linzer Fähre originalgetreu in kleinerem
Maßstab nachgebaut. Selbst die kleinsten Details wie die bewegliche Rampe oder das Signalhorn wurden bedacht.
Die bereits um 11.00 Uhr aufkommende Hitze ließ erahnen, dass ein Tag mit wunderschönem Wetter bevorstand.
Auf der Hinfahrt, die auf Grund der hohen Teilnehmerzahl mit drei Bussen erfolgte, wurden von Kommand Siggi Bündgen bereits genaue Verhaltens- und Benimm-Regeln mitgeteilt,
die da hießen: kein Alkohol, kein Alkohol, kein Alkohol! Ansonsten gab es nicht viel zu besprechen; das Gehen in Dreierreihen war ja schon in
Kanada mit großem Erfolg geprobt worden.
Fraglich war nur das Detail: „Was rufen wir denn eigentlich, oder sollen wir einfach nur winken?“. Aber da niemand eine Antwort auf die, durchaus berechtigte Frage hatte,
wurde diese zunächst offen im Raum stehen gelassen. Später, während des Umzuges, klärte sie sich dann wie von selbst: Zuschauer, die einem frech oder nett ein „Alaaf“ zuriefen,
erhielten freudig entschlossen einfach ein Echo zurück.
Interessant war für viele anscheinend auch die Frage: „ … ob Linz denn jetzt eine Geisterstadt
ist, wo doch alle Einwohner im Zug mitzugehen scheinen?“.

Bevor die Stadtsoldaten allerdings in den Genuss eines sich bewegenden Festumzuges gelangten, mußten erst noch etwas mehr als zwei Stunden müßiger Wartezeit in sengender
Hitze überstanden werden. Nach diesem kräftezehrenden Warten, was neben zahllosen Flaschen Wasser folglich auch endlos viele Toilettenbesuche beinhaltete, war es dann
endlich soweit. „Opstelle“ ertönte es von vorne und nachdem alle Uniformjacken, die man aus schwitztechnischen Gründen abgelegt hatte, wieder ordentlich angezogen
und zugeknöpft waren, marschierte das „rote Heer“ (wie uns manche Zuschauer später begeistert nannten) los.
Angespornt durch den Musikzug unter der Leitung von Heinz Lück und mit der Fähre im Schlepptau, ging es nun weitere zwei Stunden vorbei an begeisterten Zuschauermengen
über die Moselbrücke, durch verwinkelte Straßen der Koblenzer Altstadt, bis hin zum Deutschen Eck.

Hier, vor der Ehrentribüne, auf der sich neben dem Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz unter anderem auch Landrat Rainer Kaul eingefunden hatte, gab es
dann schließlich noch ein besonderes Ständchen. Das alles wurde von den Kameras des SWR festgehalten.
Nach Abschluss des Umzuges waren alle dermaßen erschöpft, dass man froh war, wieder im Bus zu sitzen. Nachdem sich aber die ganze Truppe auf der Rückfahrt wieder
ein wenig regeneriert hatte, ließen sie müde, aber zufrieden, einen schönen und gelungenen Tag in Linz beim „Mäthe“ gemütlich ausklingen.