Am 20. Januar 1973 fand erstmalig – zunächst im kleinen Kreis der Aktiven-Kameraden – in der Backstube bei Kamerad Peter Wagner ein Uhlesessen statt. Da es ein sehr vergnüglicher Abend war, die letzten Kameraden fanden erst morgens um 7:30 Uhr nach Hause, war die einhellige Meinung aller, dieses Uhlesessen muss eine Tradition werden. So findet nunmehr seit 1974 jedes Jahr – zunächst am Abend vor dem Buß- und Bettag, heute an dem darauffolgenden Samstag nach der Prinzenproklamation – das nunmehr traditionelle Uhlesessen statt. Die Uhlesse werden von den Müttern, Ehefrauen und Freundinnen der Kameraden gestiftet. 
Aber auch einige Stadtsoldaten selbst versuchen sich in der Herstellung dieses köstlichen Linzer Nationalgerichts. In den ersten Jahren traf man sich im Partykeller von Martin Scherer. Allmählich wurde der Kreis der Uhlesfreunde um die Ehrensenatoren und Inaktiven Kameraden erweitert. Abwechselnd folgten die „Austragungsorte“ der Uhlesabende im damaligen Scherer-Shopping, im Strünzerkeller, in der Murmelbar und, bis zum heutigen Tag, im Saal des Hotel Weinstock.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Das Uhlesessen ist heute ein Höhepunkt im Corpsleben der Stadtsoldaten. Es ist gleichzeitig der Corpsappell, an dem der Kommandant nicht nur den jeweiligen neu proklamierten Prinz begrüßt, sondern auch die Ehrungen, Beförderungen und Ernennungen zum Ehrenoffizier sowie die Vereidigungen der neuen aktiven Brackenscheißer vornimmt.  Der jeweilige Ehrenoffizier-Anwärter muss an diesem Abend eine Eignungsprüfung über sich ergehen lassen. So musste beispielsweise Kamerad Bernd Burkard innerhalb kürzester Zeit den voll besetzten Strünzerkeller evakuieren. Dies ist ihm natürlich mit Bravour auf seine ihm ganz besondere Art gelungen. Jedes Jahr gilt der besondere Dank den zahlreichen Uhles- und Getränkespendern.
 

Zu jedem Bräter gehört ein Deckel – oder zwei ...?
Am Ende eines dieser feucht fröhlichen Uhles-Gourmet-Abende versenkte beim Nachhauseweg ein Kamerad seinen mitgebrachten gusseisernen Uhlesbräter im Rhein an der Schiffsanlegestelle der Köln-Düsseldorfer.
Um den Ehefrieden nicht zu gefährden, kaufte er am anderen Tag einen neuen Bräter. Angeblich hatte die Ehefrau nichts bemerkt. Allerdings gibt es im Haushalt dieses Kameraden nunmehr zwei Bräterdeckel ...

 

Der Uhles

... das Rezept nach Oma Kathrina

„De Mam“ nimmt für einen großen Gussbröder ca. einen halben Putzeimer geschälte Kartoffeln. Außerdem braucht man 2 Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen,
6 Eier, 600 g durchwachsenen Speck, 8 Mettwürste, Salz, Pfeffer, Muskat, Butter, Pflanzenöl.


Die Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch reiben. Den Speck würfeln und etwas Speck für den Bräterboden zur Seite legen. Mettwürste in Scheiben schneiden.
Kartoffeln und alle anderen Zutaten vermischen und gut mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Öl im Bräter erhitzen und die Seitenwände des Bräters mit dem
erhitzten Öl einreiben. Die Speckscheiben auf dem Bräterboden verteilen.
Die Kartoffelmasse in den Bräter geben und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 3 Stunden garen. Wenn sich eine feine Kruste gebildet hat, diese mit einer
Gabel einstechen und Butterflöckchen hinein geben. Tipp: De Oma Kathrina dät och noch en Stech Schmand dran.
Dazu trinkt man ein leckeres Kölsch und zum Schluss einen Klaren.

Lot et üch jot schmecke!